Projekt Turncable Thannhausen PDF 
Geschrieben von: Benjamin Wiedenhofer   
Samstag, 30. Mai 2009 um 01:06 Uhr
Es rumort in der Cable-Landschaft. Viele haben schon etwas gehört, manche sogar mehr und für andere ist es eine absolute Neuigkeit. Als wir auf das Vorhaben aufmerksam wurden, sollten so gleich Kontakte geknüpft werden um näheres zu erfahren. Wie sich herausstellte, war es wohl die richtige Entscheidung dem Ganzen nachzugehen.

Aus Zeitungsberichten wurde deutlich, dass wohl ein neues Cable in Thannhausen, südwestlich von Ausgsburg, geplant wird. An sich zwar eine feine Sache, doch nichts wirklich weltbewegendes. Schließlich gibt es fast jedes Jahr irgendwo in der Republik Planungen für eine neue Anlage. Manche werden im Keim erstickt, andere brauchen Jahre und werden dann doch nichts und immer wieder gibt es zum Glück für die Szene auch hier und da mal einen neuen Lift. Denn wie zahlreiche teilweise stark überfüllte Cables zeigen, boomt der Sport weiterhin, wie nur wenige andere Funsportarten. Wie sich beim ersten Kontakt herausstellte, war just zu diesem Zeitpunkt die Genehmigung eingegangen und somit konnte man der Planung nun Taten folgen lassen. Da durch das erste Gespräch schnell deutlich wurde, dass in Thannhausen mehr als nur ein „normales“ Cable geplant ist, wurde die ganze Sache auch für uns interessanter.

Der See auf dem das Projekt Turncable entsteht

 

Bei einem ersten Besuch vor Ort wurde das Projekt Turncable vorgestellt. Neben dem Cable, oder sollte man eher sagen, den Cables, wurde auch das drumherum präsentiert und machte sofort Lust auf mehr. Auch der Spot an sich sah in einer ersten Besichtigung schon recht viel versprechend aus, obwohl es zu diesem Zeitpunkt noch sehr unreal wirkte, dass in einem knappen halben Jahr genau da wo man im Moment über den zugefrorenen See laufen konnte, eine Anlage stehen sollte, wie sie sich jeder Wakeboarder nur wünscht. Doch allein die Vorstellung zauberte einem ein Lächeln ins Gesicht.

Wieder vergingen einige Wochen und aus Thannhausen hörte man, dass nun die Baustelle am laufen ist. Aber den Wakeboarder interessieren keine Baustellen, sondern das fertige Cable und deshalb sollen nun die ersten Eckdaten genannt werden, warum vermutlich nicht nur wir schon jetzt gespannt sein sollten, was in Zukunft so alles von den Turncable-Jungs zu erwarten sein wird. Setzt Euch besser hin, falls ihr es nicht eh schon tut und lest dann weiter!

Geplant und genehmigt sind zwei Sechsmast-Anlagen aus dem Hause Sesitec. Gestartet wird von einer gemeinsamen Startplattform, die bereits auf den Bildern zu sehen ist und wohl etwas futuristisch anmutet. Und weil sich Roy Thormann und Christoph Schwarz, die Planer, Bauherren und Betreiber dieses Projekts, sowie Martin Atzinger vom zuständigen Architekturbüro Atzingerchaves so ihre Gedanken gemacht haben, wie man ein Alleinstellungsmerkmal erzeugen kann, werden es die ersten Lifte in Deutschland, die gemeinsam nebeneinander starten, um nach der Startgeraden jeweils in die andere Richtung abzubiegen. Also fährt ein Lift im und einer gegen den Uhrzeigersinn. Schon mal eine feine Sache, wenn man sich vorstellt, wie man gemeinsam, quasi nebeneinander auf der Startgeraden losfährt und es dann erstmals sowohl für Rider im Regular-, als auch im Goofy-Stance an ein und dem selben Ort das passende Cable gibt. Abgesehen davon, dass man früher oder später ohnehin auch ordentlich switch fahren können sollte!

Die futuristisch anmutende Startplattform


Weitere vorab Infos sind, dass beide Cables zwischen 500 und 600 Meter lang sein werden und auf keiner Geraden mehr als drei Mitnehmer auf einmal hängen, da die längste Gerade 170 m lang ist und somit die Rider von dem was vor oder hinter ihnen passiert reichlich wenig zu spühren bekommen. Die Länge sorgt dafür, dass kein Wasserski-Slalom-Wettkampf möglich sein wird, da hierfür eine Geradenlänge von rund 300 Metern notwendig ist, aber dafür wird eben den Wakeboardern umso mehr Spaß bereitet, da der Zug der Anlage so sicher optimiert ist. Um ein Zitat von Roy Thormann heranzuziehen: „Wir fokussieren den Spot auf den Wakeboard- und Wakeskatesport, da das ist in unseren Augen die Gegenwart und Zukunft ist! Natürlich ist aber auch der klassische Wasserskifahrer und auch der Rider aus der noch in den Kinderschuhen befindlichen Wasser-Freeski-Sparte herzlich willkommen.“ Durch die Bauweise bedingt ist dem unbeabsichtigten Abgang von Obstacles durch die Slalomnummer beispielsweise eines Monoskifahrers aber wohl Einhalt geboten! Hehe, so wünschen wir uns das.

Am zweiten See, der nur wenige Meter vom zentralen Gebäude entfernt ist (siehe auch Übersichtsplan) wird es zudem noch die - unseres Wissens - erste fest installierte Sesitec 2.0 Anlage geben, die an einem Spot in Deutschland steht. Bisher vor allem bekannt von Events wie Red Bull Wake The Line und Wake Lab, steht sie hier für jeden, der ein neues Cableerlebnis sucht, bereit. Dabei ist das System ausdrücklich nicht nur als Startübungslift gedacht, sondern soll die Möglichkeiten, die sich dadurch ergeben nutzen und neue Wege beschreiten. Sicher wird es sich auch anbieten, Neulingen in unserem Sport, hier erste Schritte zu ermöglichen.

Der Übersichtsplan (klick führt zu einer vergrößerten Darstellung)


Somit wäre schon mal dafür gesorgt, dass man in Thannhausen sicher seinen Spaß haben kann. Aber wenn man sich die Lage des Spots mal auf einer Karte ansieht, wird schnell klar, dass die Entfernung zum Allgäu nicht sonderlich weit ist und somit funktioniert hier scheinbar die Kommunikation besonders gut und Sesitec hat eine Art neue Spielwiese gefunden. Der Anspruch ist es, das was in Blaichach zu Sesitec-Zeiten an Lift I geboten war noch zu toppen und ein wahres Obstacle-Paradies zu schaffen. Daher durfte Patrick Viererbe, seines Zeichens das Obstacle-Brain in den „Heiligen Hallen von Hindelang“, die mittlerweile um eine große Lager und Fertigungs-Halle in Sonthofen erweitert haben, seinen Phantasien freien Lauf lassen.

Man geht also in den Obstladen und nimmt nicht das mit was man braucht, sondern das was man will! Letztlich werden über 20 Obstacles am See stehen. Ihr lest richtig, in Worten: ZWANZIG! Erstausstattung! Und dazu zählen nach Worten des Betreibers ausdrücklich noch keine Jibbtonnen. Wenn man sich überlegt, was man bisher so kennt, kommt man vielleicht auf circa 10-12 bekannte Obstacles. Also bleiben zehn wirklich neue Sachen, die sich Patrick ausgedacht hat. Dabei sind sowohl spezielle Wakeboard-, wie Wakeskate-Spielzeuge und auch für das System-2.0 optimiert entworfene Sachen. Man darf also gespannt sein, schließlich ist man von Sesitec ja gewohnt, dass sie da gerne mal alle überraschen. Auch optisch werden selbige ihren ganz persönlichen Wiedererkennungswert bekommen, denn auch die Optik liegt den Bauherren stark am Herzen.

Und wenn wir schon bei Optik sind, kommen wir zum drumherum. Das was ein Spot nicht zwangsläufig braucht, dass der eingefleischte Boarder seinen Spaß hat, aber was ihn doch ein gutes Stück gemütlicher und ansprechender macht. So wird es in Thannhausen eine durchdachte Base geben, die auf 2 Etagen alles vereint, was man sich so wünscht, um auch abseits vom Wasser eine gute Zeit zu haben. Zu aller erst sind die Gästezimmer zu nennen, die einen einfachen Standard bieten und so die Möglichkeit gegeben wird, hier seinen Wakeboardurlaub zu verbringen. Dann gibt es eine große Sonnenterasse mit ausreichend Platz zum Chillen. Im Stockwerk darunter wird der Shop anzutreffen sein, der selbstverständlich nicht fehlen darf, daneben noch die sanitären Einrichtungen und zu guter Letzt die Gastronomie, damit der hungrige Boarder auch was zu beißen bekommt. Alles sehr stilvoll, durchdacht und eher geklotzt als gekleckert.

Die Seen selbst sind ehemalige Baggerweiher und als solche schon seit geraumer Zeit nicht mehr in Benutzung. Also das optimale Areal, um einen Spot zu bauen, der es sich als Ziel setzt, alle Boarder glücklich zu machen. Dass hier neue Wege gegangen werden sieht man nicht zuletzt an der Kooperation mit Lift II aus Blaichach. Oder um es in den Worten von Roy Thormann zu sagen: „Wir wollen nur die Plattform sein auf der unseren Gästen ein hoffentlich perfekter Spot geboten wird. Letztlich liegt es an den Locals und Gästen was daraus zu machen und wir wollen dazu unseren Beitrag leisten.“ Zudem könnt Ihr immer mal wieder die Homepage turncable.de checken, wo es aktuelle Infos zum Projekt gibt.

Der Spot-2.0 ist schon recht ordentlich eingerichtet

Wir sind jedenfalls schon von den Plänen begeistert und es wird noch viele kleine Details geben, die das Wakeboarder-Herz höher schlagen lassen. Alles soll ja nicht schon jetzt verraten werden. Nur ein wichtiger Punkt ist noch zu nennen. Wenn die Bauarbeiten wie gewünscht vorangehen, steht der Eröffnung in diesem Jahr nichts im Wege. Wir werden Euch auf dem Laufenden halten und hoffen darauf, dass durch diese Initialzündung der Sport weiter vorankommt. Uns wird man wohl von Zeit zu Zeit sicher an diesem Hot-Spot antreffen, wenn alles so kommt, wie es die Planungen versprechen und Euch vermutlich auch?!


 

Text: Benjamin Wiedenhofer
Bilder: Turncable
 
 
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