Interview: Stefan Jandke PDF 
Geschrieben von: Benjamin Wiedenhofer   
Montag, 17. Juni 2013 um 20:00 Uhr

Red Bull Rising High ist nur noch einen Wimpernschlag entfernt. Schon kommenden Sonntag den 23. Juni werden sich die besten Kicker-Rider der Welt an den Magellan-Terrassen in Hamburg versammeln um auf der größten jemals gebauten Kicker-Roller Kombination aus dem Hause UNIT Parktech, den Champion der ersten Auflage von Red Bull Rising High zu küren. Im Mittelpunkt steht dabei ein riesiges Obstacle und über das und ein bisschen drumherum haben wir uns mal mit Stefan Jandke, einem der Köpfe hinter UNIT Parktech unterhalten.

Servus Stef. Sag doch Bitte erst mal was zu Deiner Personen. Viele kennen Dich, aber dann doch vermutlich nicht jeder unserer Leser. Wer bist Du und was ist Dein Job bei UNIT Parktech?

Stef: Hi. Ich bin Stefan Jandke, CEO Gründer und Head of Production & Development bei UNIT Parktech.

 

Und genau aus diesem Grund haben wir Dich gebeten ein kleines Interview mit uns zu starten. Du warst unseres Wissens der erste, der die Geometrie eines Obstacles mit einem CAD Programm erstellt hat und sogar simuliert, welche Winkel am besten funktionieren und ähnliches. Wie kamst Du da drauf?

Stef: Durch die Erfahrungen aus dem Snowboarding, wo der Obstaclemarkt schon vor Jahren professioneller war als im Wakeboarden. Wakeboarden als stark wachsende Sportart hatte davor einen sehr unprofessionellen Anbietermarkt für Obstacles. Lediglich einige Betreiber und die Firma Sesitec haben vor fünf Jahren Obstacles in einer für diese Zeit guten Qualität gebaut. Der Sport verdient aber, dass es sichere und gut zu fahrende Obstacles gibt. Hier kommen uns unsere Erfahrungen aus anderen Sportarten wie Snow- und Skatebaorden zugute welche wir mit einer professionellen Fertigung kombinieren um den Ansprüchen des heutigen Wakeboardmarktes gerecht zu werden und den Sport voran zu treiben.

 

Ihr habt den Markt zweifelsohne Revolutioniert. Für Red Bull Rising High wurde nun wieder mal was aus dem Ärmel gezaubert, das die Szene richtig erstaunt hat. Dafür konntest Du das Wissen aus den Berechnungen sicherlich gut gebrauchen. Erzähl uns ein bisschen was zu den Eckdaten des Obstacles?

Stef: Die Eckdaten kurz und knapp:

  • Sprungweite 19-25m
  • Sprunghöhe 7-9m über Wasser
  • Höhe Absprung 2,20m
  • Höhe Obstacle 4,20
  • Länge Obstacle 35m
  • Breite Obstacle 10m

Das ganze bei einer Geschwindigkeit des System 2.0 von 38-40 km/h.

Die Simulation des Obstacles zeigt schon mal sehr gut wie groß "Big Willy" ist

Klingt nach den perfekten Voraussetungen. Wer und wie kamt ihr darauf, sowas zu bauen und was ist das besondere?

Stef: Kickerfahren im Wakeboarden ist an den Grenzen der Biomechanik angelangt und viele Fahrer die seit Jahren über Kicker ballern, klagen über Knieschmerzen oder Knieverletzungen. Durch die hohen und weiten Sprünge, welche immer im "Flat" gelandet werden ist die Beanspruchung für den Körper extrem. Die Idee war, Kickerfahren bzw. die Airtime im Wakeboarden zu erhöhen und dabei die Sicherheit und Belastung zu minimieren. Der Rest ist Physik. Die Aufgabe war eine Landung zu konstruieren, welche auch bei Stürzen das Verletzungsrisiko minimiert und trotzdem gut mit dem Wakeboard befahrbar ist. (Anm. d. Red.: die Landung ist aus weicheren Schaumstoffmatten, wie man sie bisher noch nicht im Wakeboarding verwendet hat.) Das besondere beim Wakeboarden ist, das man im Gegensatz zum Skate- oder Snowboarden keine Führung in Längsrichtung hat und dadurch beim landen schneller stürzt.

 

Mal schauen wie die Rider sich dieser neuen Herausforderung in Hamburg stellen. Im Trailer hat man schon gesehen, dass neben massiver Airtime auch einiges an fetten Tricks geklappt hat. Und das war erst der Anfang. Kann man heute schon absehen wo das noch hinführt?

Stef: Warten wir einmal den Event in Hamburg ab und schauen dann wie sich das weiter entwickelt. Das Feedback der Fahrer der Secret Session war aber schon einmal überragend.

Frederic von Osten bei den ersten Tests in der Secret Session

Was die Leute da draußen noch interessieren dürfte: wo kommt "Big Willy" im Anschluss an den Event hin?

Stef: Wie es aussieht bleibt das Teil vorerst in Deutschland und es wird auch für die "breite Wakeboardszene" zugänglich sein. Die Einschränkung ist jedoch, das es nur für fortgeschrittene Fahrer fahrbar ist um überhaupt bis in die Landung zu kommen.

 

Das sorgt für Spannung, welcher Spot sich diesen Riesen ins Wasser legen darf. Zum Abschluss nochmal weg von Rising High - Eure UNIT Street Series geht aktuell ja eher wieder zurück zu den einfachen Geometrien. Was ist Dein persönliches Lieblings-Obstacle und auf welches bist Du besonders stolz?

Stef: Meine persönlichen Favoriten sind Obstacles wie zum Beispiel Nico's Rail, welche das technische Railriding weiter voran treiben. Obstacles müssen nicht immer größer werden um Spaß beim fahren zu haben. Wichtiger ist, das verschiedene Lines fahrbar sind, so das Rider mit verschiedenen Könnensstufen Spaß auf den Teilen haben.

Das Obstacle welches wohl am aufwendigsten zu konstruieren und berechnen war. ist der schwimmende Pool, welcher in Langenfeld, Orlando und bald auch in Atlanta steht. Das Teil bei einer Wassermenge von 20 m3 stabil zum schwimmen zu bekommen hat schon einiges an Entwicklungsarbeit beansprucht und ist daher wohl das aufwendigste Feature bis jetzt.

Super. Vielen Dank, dass Du die Zeit gefunden hast, ein bisschen mit uns zu quatschen, Stef. Wir freuen uns schon drauf, die Weltelite im Kickerriding am kommenden Wochenende in Hamburg den "UNIT Kicker XXL" rocken zu sehen. Sicherlich wird hier eine ganz neue Art des Wakeboardens eingeläutet! Das sollte sich niemand entgehen lassen. Hier geht es zum Eventtrailer mit allen wichtigen Infos!

Mehr von UNIT Parktech gibt es unter www.unit-parktech.com und alle Informationen zum Event unter www.redbull.de/risinghigh!

 


Interview & Text: B. Wiedenhofer
Bilder: UNIT Parktech & Flo Süß / Red Bull Content Pool
 
 
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