Interview: Chris Böttcher PDF 
Geschrieben von: Benjamin Wiedenhofer   
Mittwoch, 12. Mai 2010 um 18:00 Uhr

Seit vergangenem Jahr sieht man an immer mehr Cables auch wieder Jungs und Mädels die auf Ski unterwegs sind. Allerdings nicht auf den bekannten Paarski, sondern speziellen Freestyle Wasserski und das dann oftmals richtig stylisch! In einem Snowboard Magazin wäre es verpönt, einen Bericht über Fresskier zur bringen, aber unsere Sportarten sind zu klein, als dass wir so engstirnig denken sollten! Es geht um den Spaß auf dem Wasser und daher wollen wir uns in Zukunft auch dem Thema Wakeski witmen.

Heute haben wir einen jungen Mann für Euch im Interview, der quasi als Wakeski-Fahrer der ersten Stunde in Deutschland zu bezeichnen ist. Chris Böttcher, der aus der Nähe von Regensburg kommt und seinen Homespot bei WildWakeSki Schwandorf hat, ist sehr aktiv auf den zwei "Latten" unterwegs und gehört zur derzeitigen deutschen Elite in der noch jungen Sportart. Somit hat der Steinberger See mal wieder ein großes Talent hervorgebracht. Chris hat sich die Zeit genommen, mit uns ein bisschen über die neue Trendsportart Wakeskiing zu sprechen.

 

Alter: 26 Jahre

Name: Christian "Chris" Böttcher

Sponsoren: Stereo Ski & ION-Essentials

Homespot: WildWakeSki Schwandorf

 

Servus Chris. Dich kennen sicher bist dato nur die wenigsten unserer Leser. Erzähl uns doch erst einmal etwas zu Deiner Person.

Chris: Hi. Ich heiße Christian Böttcher, aber alle nennen mich Chris, bin seit heute 26 Jahre alt, wohne in Bernhardswald bei Regensburg und arbeite hauptberuflich als Serviceberater in einem Autohaus. Im Sommer verbringe ich die Freizeit hauptsächlich am Steinberger See beim Wakeski fahren.

 

Du bist bei WildWakeSki als Hebler und Coach für Schulungen angestellt. Wie kam es dazu?

Chris: Da Wakeboarden seit einigen Jahren zu meiner großen Leidenschaft gehört und ich schon immer gerne mit Leuten zu tun hatte, vor allem in meiner zweiten Heimat am Steinberger See, hatte ich letztes Jahr den Gedanken, diese Funsportart auch anderen zu vermitteln. Nachdem ich mit Chrystelle und Steffen Wild gesprochen habe, hielt ich mit Steffen kurz darauf meinen ersten Anfängerkurs und es hat scheinbar nicht nur mir sofort Spaß gemacht.

Chris ist zwar Wakeboard-Coach, aber selbst ist er noch lieber auf Wakeski unterwegs
 

Hat es einen Hintergrund, dass man sich erzählt, dass Du so gut als Trainer sowohl bei Anfängern als auch Fortgeschrittenen ankommst? Was ist Dein Geheimnis?

Chris: Ich denke mein „Geheimnis“ ist die offene und lustige Art, die ich von Natur aus mitbringe. Natürlich auch mein Ehrgeiz die Leute aufs Wasser zu bringen. Erkennbar auch daran, dass bis jetzt jeder meiner Schüler mindestens eine ganze Runde nach 2 Stunden fahren konnte. Darauf bin ich schon ein bisschen stolz. (grinst)

 

Das sollten sich vor allem die Anfänger unter unseren Lesern merken. Bei Chris gibt es quasi eine Erfolgsgarantie im Kurs gleich mit. ;) Vielleicht sollte man, wenn man aus der Gegend kommt, mal einen Kurs bei WildWakeSki besuchen. Kann ja nie schaden! Kommen wir zum eigentlichen Thema des Interviews: Wakeski. Du bist selbst ein talentierter Fahrer. Was genau sind Wake-Ski und woher kommt dieser Trend?

Chris: Wakeskiing ist eine Mischung aus alpinem Freeskiing, Wakeboarding und Slope Style. In ihrer Bauweise unterscheiden sich Wakeski deutlich von herkömmlichen Wasserskiern, denn sie sind speziell auf Railslides, Sprünge und durch die vorne und hinten aufgebogene Form der Latten kann man rückwärts, also switch fahren und so werden weitere Tricks ermöglicht. Die Marke Stereo Skis, welche ich fahre, ist die erste Marke, die spezielle „new school“-Wasserski auf den Markt brachte und damit für noch mehr Freiheit und noch fettere Sprünge sorgte. Was für die Skifahrer Twin Tips sind, werden in naher Zukunft für die Wasserski-Fahrer die Wakeski sein. Der Trend des Wakeskiing kommt aus Norwegen und den USA.

 

Wie und wann kamst Du zum Wakeskiing?

Chris: Jens-Martin Johnsrud von Stereo Ski (Anm.: einer der Pioniere in dieser jungen Sportart) war letzten Sommer bei WildWakeSki in Schwandorf auf Promotion Tour. Natürlich musste ich die Skier sofort ausprobieren. Ich war begeistert und hab mir am nächsten Tag gleich ein Paar gekauft.

 

Die Wakeski waren quasi genau das, worauf Du nur gewartet hast?! Warum stehst Du nicht auf dem Wakeboard, wie die meisten anderen?

Chris: Seit ich denken kann steh ich im Winter auf Ski. Hauptsächlich fahre ich in Parks, darum sind Wakeski für mich die beste Ergänzung im Sommer und es war naheliegend, dass ich es ausprobiere. Dabeigeblieben bin ich, weil es einfach wahnsinnig viel Spaß macht!

 

Wenn Du hauptsächlich in Parks fährst, ist die WildWakeSki-Anlage mit den Obstaclen natürlich eine Spielwiese für Dich. Fährst Du nur an der Anlage, oder auch am Boot?

Chris: Ich fahre hauptsächlich an der Anlage, da es bei uns kaum eine Möglichkeit gibt hinter dem Boot zu fahren.

 

Du warst der erste Wakeski Fahrer, den ich live gesehen habe, der auf Obstacles abgeht. Erzähl unseren Lesern doch bitte mal, welche Tricks möglich sind und wie lange man braucht um damit anzufangen?

Chris: Mit den Wakeskis hat man wie beim Wakeboarden, eine große Anzahl an Tricks. Ob Slides über Obstacles oder Drehungen über den Kicker – es ist fast alles möglich! Mit der Zeit sind auch Inverst wie Raley und Blind Judge drin.

 

Klingt viel versprechend. Und mal ehrlich: wer hätte vor 15 Jahren gedacht, dass ein Mobe-5 oder 313 bei Wakeboardwettkämpfen schon fast zum Standard gehört?! Da darf man auch auf zwei Latten wohl noch einiges erwarten. Wieviele Wakeski-Fahrer sind derzeit in Schwandorf an der Anlage regelmäßig am fahren?

Chris: Steffen Wild, mein Dude und ich! (grinst)

Chris den WildWakeSki-Park mit seinen Wakeski auseinander
 

Das ist noch eine sehr kleine Gemeinde. Da darf man gespannt sein, wie schnell ihr Zuwachs bekommt. Wer gibt derzeit in diesem recht jungen Sport den Ton an? Und wo sind die meisten Wakeski-Fahrer unterwegs?

Chris: Bjorn Jokerud, Jens-Martin Johnsrud, Sebastian Coll… Eigentlich das gesamte Stereo-International-Team. Die meisten sind in Norwegen und den USA unterwegs. In Deutschland ist Stereo Ski gerade dabei ein nationales Team aufzubauen.

 

Die Szene ist also noch recht klein. Gibt es schon Wettkämpfe?

Chris: Im September 2009 fand der erste Wakeski Contest am Orlando Watersports Complex in Florida statt. Ich hoffe 2010 wird es in Deutschland auch einen Contest geben.

 

Wie kam es dazu, dass Du von Stereo Ski gesponsert wirst?

Chris: Zufälligerweise bekam ich die Info, dass Stereo Ski ein Team in Deutschland aufbauen möchte. Daraufhin hab ich mich dort mit meinem Video beworben. Und es hat geklappt! (grinst wieder)

 

Hier haben wir das eben angesprochene Video, das Chris letzten Spät-Sommer noch zusammen mit Andy Kolb gedreht hat. Wie er selbst sagt, zeigt es "nur" sein Können nach gut zwei Wochen mit den Ski auf dem Wasser, aber wir wollen es Euch nicht vorenthalten, weil es erstens schön gemacht ist und zweitens gut zeigt, was mit den Wakeski so möglich ist und wie viel Spaß man dabei haben kann!

Chris Boettcher for Stereo Skis von Andy Kolb auf Vimeo.

 

Glückwunsch zu Deinem Deal mit Stereo Ski! Wo siehst Du die Zukunft des Sports?

Chris: Im Moment steckt der Sport noch in den Kinderschuhen, allerdings sehe ich jetzt schon das große Interesse an dieser neuen Funsportart. Mal schauen, wo es hingeht?!



Ja, man sollte dem Sport ein paar Jahre geben sich zu etablieren. Sowohl der Wakeboard- als auch der Wakeskateboom kam nicht von heute auf morgen! Hast Du sonst noch eine Anmerkung oder Dank?! Nutze die Chance, es ist Dein Interview!

Chris: Ich bedanke mich als erstes bei Dir für das Interview und dass Ihr Euch mit the gap magazin.com auch dem Wakeskiing annehmt. Dann natürlich bei Steffen Wild für die tolle Unterstützung und bei Sören Dinesen, der den WildWakePark mit aufgebaut hat, wodurch uns die besten Bedingungen zum trainieren geboten werden. Nicht zu vergessen der Dank an meine Sponsoren Stereo Ski und ION-Essentials. Außerdem bedanke ich mich bei meiner Mama und meiner Freundin Julia Krempl, weil sie mich immer unterstützt haben. Ebenso geht mein großer Dank auch an Jens-Martin Johnsrud, der mir die Ski gezeigt hat und auch meinen Chef Christian Dünnes möchte ich nicht vergessen,  da er mir immer Urlaub gibt, wenn ich selbigen brauche. Zum Schluss noch ein dickes THANKS an alle Freunde am Steinberger See, mit denen ich immer viel Spaß auf dem Wasser habe!

 

Danke Dir, dass Du Dir die Zeit für das Interview genommen hast. Wir wünschen Dir viel Spaß und Erfolg auf den Wakeski! Und weil heute Dein Ehrentag ist noch: ALLES GUTE ZUM GEBURTSTAG! Feier ordentlich, zumal Du das Glück hast, dass morgen ein Feiertag ist! Für Deine Zukunft nur das Beste. Nutze Deine Chance, die junge Sportart Wakeskiing mit zu prägen, Potential dazu hast Du ebenso wie der Sport. Mal schauen, wo man sich in drei oder fünf Jahren dann wieder sieht?! Und das wichtigste: bleib verletzungsfrei! Wir hoffen, dass wir in Zukunft öfter von dieser neuen Sportart am Cable berichten können. Wakeskiing hat definitiv Potential, hoffen wir, dass der Sport vorwärts kommt!

 

 

Interview: Benjamin Wiedenhofer
Bilder: André Neumann & Benjamin Wiedenhofer
Video: Andy Kolb auf Vimeo
 
 
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