WakeParkThulba PDF 
Geschrieben von: Sebastian Simm   
Mittwoch, 27. Mai 2009 um 12:40 Uhr
Das Thulbatal ist ein hochwertiges Biotop. Es wird durch weit ausgedehnte Hochstaudenfluren, Mäh-, und Feuchtwiesen geprägt. An den, oft kalkreichen Berghängen, befinden sich wertvolle Trockenstandorte und Wälder mit alten Laubholzbeständen (vor allem Erlen). Die mäandernde Thulba ist in ihren Auebereichen ein vorzüglicher Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten. (Quelle: Wikipedia)

Was sich für viele anhört wie ein langweiliger Auszug aus der Erdkundestunde eines Drittklässlers, ist für die Wakeboarder aus Thulba mehr als das. Es ist seit 1978 die Heimat der von ihnen sehr geliebten, und nicht mehr wegzudenkenden Wakeboardanlage. Doch das tut eigentlich gar nichts zur Sache und hat mit diesem Interview wenig zu tun, und ob diese geographische Erklärung irgendjemanden der das hier liest interessiert wissen wir nicht. Was wir aber wissen; Thulba hat unseren Informationen nach deutschlandweit den jüngsten Chef und die jüngste Mannschaft die ein Cable betreiben.

Für 2009 neu bestückt mit einer Step-Down-Box und einem Table steht der Wake Park perfekt da um kräftig auseinandergenommen zu werden. Der Obstacle-Rüstungsindustrie zum Trotz wurden alle Obstacles von Ex-Liftbetreiber Tom Golla in Eigenregie erbaut und gewässert. Tom Golla, eine Mischung aus MacGyver und Tim aus ToolTime, widmet sich derzeit immer mehr diesem Handwerk und möchte vielleicht in Zukunft unter dem Namen „6-10 Projekte“ hauptberuflich Obstacles bauen. Der erst 20-jährige aktuelle Betreiber und Squalo-Teamrider Tobias Rittig stand uns für ein paar Fragen seines Cables betreffend zur Verfügung.

Thulba - strahlt eine phänomenale Ruhe aus

 

Wie kommt ein damals erst 18-jähriger dazu, gleich nach Abschluss der Schulzeit eine Wakeboardanlage zu betreiben?
Also den Wunsch hatte ich schon einige Jahre vorher (war halt immer so ein Hirngespinst, wenn man mal älter ist und ein bisschen Geld hat, sich mit einem eigenen Lift selbständig zu machen). Nach zwei Praktika in Richtung Informatik und Bürokaufmann, war mir doch relativ schnell klar dass dies nicht meine Zukunft ist. Im Sommer 2007, 30 sek. bevor der Mitnehmer meine Leine packte, fragte mich Tom ob ich den Lift nicht übernehmen möchte. Bei mir kam nur noch ein „klaaaaar“ raus, als die Leine loszog. Nach einigen Gesprächen haben wir uns dann auf ein Jahr Angestelltenbasis geeinigt um mich einzulernen, was auch sehr wichtig und lehrreich war. Und zum 01.01.09 habe ich dann den Pachtvertrag unterschrieben.

 

Was sich für viele wie der absolute Traumjob anhört ist wahrscheinlich differenziert zu sehen? Mal ehrlich Tobi, ist es ein Traumjob?
Für mich AUF JEDEN FALL! Ok, auch ich muss zugeben das ich am Anfang dachte als ich zum boarden an den See kam, dass dies der chilligste Job sein muss den es so gibt. Dem ist nicht so! Es gehört schon einiges mehr dazu und ist manchmal auch mit mehr Stress verbunden als man denkt. Allein die 7 Tage Woche ein halbes Jahr lang bedarf einiger Gewöhnungs-Zeit. Doch genau das macht den Job auch aus. Man hat so viele verschiedene Facetten, und dass ist genau das was ich so traumhaft an diesem Job finde. Abwechslungsreich, gute Laune, Freunde, Natur und Cable. Was will man mehr?

 

Wie wir ja bereits im Text weiter oben geschrieben haben hast du auch eine sehr junge Mannschaft an der Anlage. Wen hast du denn alles so eingestellt?
Meinen Kumpel, Jan Reinheimer (21), der Springer, meine Freundin Tamara Schaubeck (19), sie hilft wo sie kann neben der Schule. Konrad Lother (22), mein Mann wenn es um EDV geht, und Susanne Vorndran (31), die lang erfahrene Heblerin am Thulba Cable.

 

Was macht euer jugendliches Cable aus?
Naja, zum einen läuft überall „jugendliche Musik“ (lol), sei es im Startbereich oder auf der Liegewiese. Zum anderen sehen wir alles etwas lockerer und können uns sehr gut in die Lage unserer meist auch noch jungen Gäste versetzen um ihnen die Atmosphäre zu bieten die sie von einer Wakeboardanlage in ihrer Freizeit erwarten. Junge Menschen sind ausserdem sehr lauf- und schwimmfaul, und da kommen die sehr geringen bis nicht existierenden Schwimm- und Gehwege am See einem sehr entgegen.

Tobi - Melon Glide

 

Woher hast du das nötige Know-How um jetzt im Alleingang die Anlage zu managen?
Durch mein Lehrjahr 2008 bei Tom Golla alias Tim Gyver. Und den Rest durch einige Überstunden. Und falls mal ein Riesen „?“ im Raum steht ist Tom zu erreichen.

 

Gab es eine berufliche Alternative für dich anstatt die Anlage zu übernehmen?
Als ich jung und klein war wollte ich immer Koch werden. Doch so direkt nach der Schule konnte ich mir einfach nichts vorstellen. Da kam natürlich das Angebot mit dem Lift genau im richtigen Moment.(Ein Traum der wahr wurde; nur ca. 20 Jahre bevor ich es mir erhofft hatte).

 

Was treibt denn alles so rum in eurem See?
Also; hehe. Die riesen Step-Down-Box, der lange breite Table, 2 kleine Kicker, 1 großer Kicker, ein straight Slider und eine kleine Funbox (mittlerweile sehr Antik, aber wird bald neu getuned.) Also insgesamt 7 Obstacles.

Du betreibst ja auch noch einen kleinen Wakeshop am See. Was gibt’s da alles so zu erwerben und wer wählt die Sachen aus?
Na alles was man zum boarden und drum herum braucht. Wir sind kein Riesenshop, eher ein kleiner gemütlicher Verkaufsraum. Wir wählen alle Sachen selbst aus und versuchen unser Sortiment den Wünschen der Kunden anzupassen. Im Moment führen wir Marken wie: LF, New Schnitzel, Slingshot, O´neill, Jetpilot und Ten-80.

 

Nachdem der erste und bis dato leider einzige Event der „ThulbaTakeOut“ ein voller Erfolg war, stellt sich die Frage ob auch dieses Jahr etwas geplant ist?
JA!! Wir machen im Juli eine Beachparty bei uns am See, mit einem Kickercontest und danach Party mit Live DJ. Infos folgen noch.

Tobi - Tailslide

 

In Thulba sind aber nicht nur junge Leute auf dem Wasser unterwegs. Dieser junge Herr hier weiter unten, heißt Franz, ist über 80 Jahre alt, und fährt fast jeden Tag seine Runden mit dem Trickski. Hierfür reist er vom 50 Kilometer entfernten Würzburg an. RESPEKT!!

Wer Franz, Tobi oder die wunderschöne Natur Thulba´s noch nicht gesehen bzw. getroffen hat, sollte mal einen Abstecher ins fränkische Thulbatal machen.

www.wakepark-thulba.de

Text: Sebastian Simm
Fotos: Dominik Simon

 

 
 
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