Interview: Mona Stenzel PDF 
Geschrieben von: Benjamin Wiedenhofer   
Montag, 13. September 2010 um 00:00 Uhr

Vor kurzem hatten wir mit Cosima Giemza eine echte Newcomerin aus dem deutschen Lager im Interview. Nun folgt ein eben solches mit einer, Sorry Mona, "alten Häsin" der Szene. Die sympathische und natürlich immer noch junge Dame aus dem hohen Norden hat dieses Jahr nach einiger Ruhe um Ihre Person wieder gut aufgedreht und erfolgreich in der Szene zurückgemeldet. Nun war sie einige Tage bei Hip-Notics in der Türkei, wo auch ein kleines Video entstanden ist. Fotos hatten wir bereits zu Beginn dieser Saison in Langenfeld beim Wake Up in einer frühmorgentlichen Photosession geschossen! Und nun viel Spaß beim Interview mit Mona Stenzel.

 

Alter: 23 Jahre
Name: Mona Stenzel
Sponsoren: O'Brien, Jetpilot Europe, Reef, Bern, Skullcandy, Himaya und Obstixx.
Homespot: Hamburg Harburg

 

Hallo Mona, erzähl uns mal ein bißchen über dich. Wo kommst du her? Wie alt bist du und wie bist du zum Wakeboarden gekommen?

Mona: Hi! Ich komme ursprünglich aus Hagenow, einer kleinen, aber feinen Stadt in Mecklenburg, 80 km östlich von Hamburg entfernt, wohne aber zur Zeit noch in Lüneburg, wo ich auch studiere. Ich bin 23 und habe bereits vor 10 Jahren mit dem Wakeboarden begonnen. Zuvor bin ich für etwa 2 Jahre aktiv klassisch Wasserski gefahren, bis mich dann die Wakeboardwelle mitgerissen hat. Denn da ich früher schon Skateboard gefahren bin, hatte ich bereits das nötige Balancegefühl für Boardsportarten, wodurch mir das Wakeboarden auch direkt lag. So bin ich also zusammen mit Philipp Kruppa (Anm.: einige kennen ihn bestimmt noch!) zusammen in Zachun geboardet. An meinen ersten Wettkampf kann ich mich auch noch sehr gut erinnern: ein GWT-Stop (German Wakeboard Tour) in Zachun 2001. Damals startete ich bei den Girls und mein Run bestand aus „Bunnyhops“, 180s und Grabs! (lacht) Zu diesem Zeitpunkt stand auch noch kein einziges Obstacle im Wasser, welches von Boardern genutzt werden konnte. Ich erinnere mich aber noch sehr gern an die GWT-Stops zurück. Schon damals war die Wakeboard-Szene wie eine zweite Familie.

Seitdem bin ich schon viel herumgereist, was ich sehr am Wakeboarden schätze. Da ich bereits seit 2001 aktiv an Contests teilnehme, habe ich so einige Erfolge zu verzeichnen. Mein größter Erfolg war bislang der Titel der Europameisterin im Jahr 2006 in Großbeeren. Das war dann auch der Zeitpunkt, nach dem es bezüglich Sponsoren bergauf ging. Im gleichen Jahr wurde ich stolzes Mitglied im Team O´Brien Deutschland & Jetpilot Deutschland, zu denen nach und nach noch Reef, Bern, Skullcandy, Himaya und Obstixx dazugekommen sind. An dieser Stelle möchte ich mich auch für deren Support bedanken!

 

Während der letzten Saison hat man Dich nicht auf Wettkämpfen angetroffen. Brauchtest du eine Auszeit oder gab es andere Gründe?

Mona: In der letzten Saison konnte ich leider nicht bei Contests dabei sein, da ich 6 Monate in Australien für ein Auslandssemester verbracht habe. Das Wakeboarden ist allerdings nicht zu kurz gekommen, da ich nur 10 Minuten vom Cable Park in Bli Bli an der Sunshine Coast gewohnt habe. Es war ein unglaublich tolles halbes Jahr. Dort hatte ich dann auch zum ersten Mal die Gelegenheit zum Surfen und bin nun "totally addicted"! In dieser Saison bin ich aber wieder voll auf dem Wasser am Start.

 

Wie ist die Saison für Dich bis jetzt gelaufen? Wo warst du überall dabei?

Mona: Bisher ist die Saison sehr erfolgreich verlaufen:

1. Platz: Wakeboard Championships, Zürich
1. Platz: Wake-Masters, Hamburg 
2. Platz Winch Battle, Potsdam
3. Platz Wake the Pool, Leipzig
7. Platz Protest Cable Call, Nieuwegein

Natürlich war ich auch beim Wake Up in Langenfeld dabei. Das steht bei mir über Pfingsten immer fest im Kalender! (Anm. d. Red.: und manchmal bekommt man dort sogar neue Spitznamen?! ;) )

 

Und was ist noch für diese Saison geplant?

Mona: Zur Zeit bereite ich mich in Hip-Notics auf die bevorstehende Weltmeisterschaft Ende September vor. Ich trainiere hier täglich, was mir zu Hause leider nicht immer möglich ist und will mich fit für die WWA WM in Antalya machen. An dieser Stelle auch ein fettes Dankeschön an Baris für das Video und an Aleks für die enorme Unterstützung. This place rocks! Ich werde also auf jeden Fall bei der WM am Start sein und dann ist die Saison sowieso leider schon fast wieder vorbei!

 

Wie siehst du deine Chancen bei den WWA Wake Park World Championship 2010?

Mona: Das Level bei den Frauen ist in den letzten Jahren unglaublich schnell gestiegen. Vor ein paar Jahren war man mit Raileys und Backrolls immer vorne mit dabei. Mittlerweile zählen Tricks wie Front Blinds oder Backroll Blinds fast zum Standard. Das finde ich toll. Es zeigt, dass der Sport und das Level wächst. Es pusht mich, neue Tricks zu lernen und weiterhin vorne mitzumischen. Ich denke, dass meine Chancen für die WM gut stehen. Ich habe ein paar neue Tricks im Repertoire und hoffe, dass ich meine gute Form bei der WM umsetzen kann.

 

Was Mona so in Antalya beim Training aufs Wasser gestellt hat, hat Spot-Manager Baris wie schon erwähnt auf Video festgehalten. Das soll Euch natürlich nicht vorenthalten werden. Feines Ding, auch wenn wir wieder mal darauf hinweisen, dass zumindest auf Obstacles schon ein Helm verwendet werden sollte! Safety 1st! Aber zieht Euch einfach mal das Video rein.

 

 

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Wie siehst du die Entwicklung des Sports in der Zukunft und wie sieht dein Part dabei aus?

Mona: Der Sport ist über die letzten Jahre stetig gewachsen. Speziell in Deutschland hat sich ein dichtes Netz an Anlagen entwickelt und ist so hoch wie in keinem anderen Land der Welt. Dennoch fehlt es dem Sport meiner Meinung nach noch an der nötigen Professionalität und leider ist es bislang nur für eine Handvoll Cable Rider möglich, vom Wakeboarden zu Leben. Daher würde ich mir für die Zukunft mehr Medienpräsenz wünschen, so dass das Wakeboarden mehr Anerkennung erhält und somit für Sponsoren attraktiver wird.

Ein großer Schritt in diese Richtung wäre natürlich, dass Wakeboarden eine olympische Sportart wird. Ich denke, dass hierfür noch eine Menge an Arbeit nötig ist und dieses Ziel nicht innerhalb der nächsten Jahre umzusetzen ist. Dennoch bin ich der Meinung, dass unser Sport großes Potenzial hat. Und die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. (grinst)

Da ich leider vom Boarden allein nicht Leben kann, versuche ich mich natürlich für die Zukunft finanziell abzusichern. Daher ist eine berufliche Ausbildung für mich sehr wichtig. Mit meinem Bachelor bin ich bereits fast fertig und freue mich ab Oktober auf mein bevorstehendes Praktikum bei Carlsberg im Bereich Marketing. Ob nach einem anschließendem direkten Berufseinstieg oder einem weiteren Masterstudiengang - ich wünsche mir auch weiterhin genug Zeit zum Waken zu finden und erfolgreich an Wettkämpfen teilzunehmen. 

Auch an Tisch-Kickern macht Mona eine gute Figur - demnächst wird sie ein Praktikum bei Carlsberg antreten
 

Einen großen Dank an dich und dass du dir Zeit genommen hast. Wir wünschen dir noch viel Erfolg und drücken die Daumen für die Weltmeisterschaft. Zum guten Schluss, darfst du noch loswerden, was dir auf dem Herzen liegt!

Mona: Ein großer Dank geht an all meine Sponsoren, die mich mit dem besten & aktuellsten Stuff ausrüsten. Hier möchte ich besonders Ralf Hala erwähnen, der das Team O´Brien & Jetpilot klasse managed. Last but not least danke ich natürlich meiner Family, meinem Freund und meinen Freunden, die immer für mich da sind, auch wenn ich mal längere Zeit unterwegs bin.

 

 

Interview: Aleks Ignatowicz
Bilder: Mona Stenzel & Benjamin Wiedenhofer
Video: Baris Ozoral auf Vimeo
 
 
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